St. Georg BLOG

Ode an St. Georg,

St. Georg Bunt und Grell?

Der Ursprung des Viertels vor den Toren Hamburgs war ein Hospital für "Aussätzige"

- "Alles", was man in den Mauern der Stadt nicht wollte, wurde vor die "Tür gestellt".

Ob es sich um kranke Menschen, den Galgen, die Schnapsbrennerei oder die Schweinekoben handelte.

Es scheint heute noch so zu sein: ob Prostituierte und ihre Kunden, Drogenabhängige, Menschen fremder Herkunft oder Menschen ab von den Normen sammeln sich in diesem Mikrokosmos.

Die bunte Mischung zieht Künstler, Outlaws und experimentierfreudige Menschen an und macht das Viertel zu einem quirlligen Ort.

St. Georg und die Welt

In der Zeitung die WELT erschien eine Rezension über ein historisches Buch an dem ich beteiligt war.

Dies möchte ich zum Anlass nehmen einen kleinen Spaziergang durch das heutige Bahnhofsviertel und seine Geschichte zu machen.  

Toleranz und Respekt

Nach den Katastrophen des zweiten Weltkrieges sehnten sich die Menschen nach einer heilen Welt und träumten vom Häuschen im Grünen. Raus aus den engen Innenstädten, weg von Kohleheizung und Etagenclo. 

Das Viertel verfiel, aber die Wohnungen waren groß und billig.

Die erste Generation der "Gastarbeiter" zog ein.

Studenten fanden Räume in denen sie ihre Kommunen leben konnten.

Was sich die Jugend in ihrer dörflichen Umgebung nicht trauten, konnte hier ausgelebt werden.

Es entstand eines der größten Schwulenviertel, direkt Tür an Tür mit muslimischen Gemeinden.    

Café Gnosa

Es gibt wohl kaum eine Institution, die so für die Entwicklung des Stadtteiles steht, wie das Café Gnosa. Das ca. 1900 gegründete Café mit hauseigener Konditorei wurde bis in die 1950 er Jahre von der Familie Gnosa betrieben. War es in den ersten Jahrzehnten noch ein gutbürgerliches Etablissement, wirkte sich die Bahnhofsgegend und die wirtschaftlichen Verhältnisse der Nachkriegszeit auf das Gnosa aus und es bekam einen zweifelhaften Ruf.

Zwischen die bürgerlichen Gäste mischten sich Hausfrauen, die sich nebenher ihre Haushaltskasse aufbesserten.

St. Georg wurde für den sogenannten "Hausfrauenstrich" bekannt - die gediengene Atmosphäre im  Gnosa diente der Anbahnung.

1987 übernahmen junge schwule Aktivisten das "Familiencafé", beließen die Einrichtung im Originalstil und machten daraus eine Einrichtung , die sich mit seiner Aussenbestuhlung, als erstes Lokal in Hamburg offen und selbstbewußt schwul zeigte. 

Heissmangel und Schneidereien

Die Studenten und Wohngemeinschaften wurden von der Gemeinschaft der "alten" St. Georger, Hafenarbeiter, "Gastarbeiter", Kohlehändler, Krämer und Ladenbetreiber anfangs kritisch beäugt - dann rauh aber herzlich aufgenommen.

Es wird erzählt, dass die "Damen" von der Langen Reihe jeden Abend beobachteten, wie die Jungen vom Gnosa ihren Laden verbarikadierten.

Irgendwann kamen sie rüber und sagten: "Jungs, lasst mal, wir passen schon aufeinander auf."  

Fabriken in grünen Oasen

Was heute so idyllisch und grün erscheint, waren einst dunkle Innenhöfe mit qualmenden Fabriken, hämmernden Kleinbetrieben, schreiendenen und krakeelenden Menschen. Hier übernahmen Künstler leerstehende Fabrikhallen und kleine Räume.

Die Innenhöfe wurden saniert und entkernt, was zu Deutsch heißt, es wurde abgerissen. 

Das bedeutete aber auch, dass sich die Bewohner die Mieten nicht mehr leisten konnten und aus dem Viertel ziehen mussten.

Kinder, Kult und Karriere

Heute erinnern nur noch Schilder an die Zeiten, als Heroin das Viertel mitbestimmte und Eltern auf den Spielplätzen gebrauchte Nadeln einsammelten.

Ohne Drogen, Prostitution und Unterwelten wird dieser Kiez nie sein.

Und doch können es frühere Bewohner kaum glauben, wenn sie heute die modernen Kinderspielplätze am Lohmühlenpark entdecken.

Es ist schön zu sehen, dass viele Kinder den Stadtteil wieder beleben. 

Und Toleranz wird nun auch von anderer Seite verlangt, wenn sich Gäste im Gnosa beschweren, dass die vielen Kinderwagen die Gänge versperren.  

Das Dorf in der Großstadt

An jeder Ecke in St. Georg gibt es etwas zu entdecken. Nur wenige Meter vom Hauptbahnhof ist es hier ein Dorf geblieben. Die Menschen kennen sich und kümmern sich umeinander, wärmen nicht nur ihren Buddha vor der Tür mit einem Schal.

Gestalten und dekorieren liebevoll ihre Heimat bis ins Detail.

Kitsch und Kunst

Es gibt sie noch die kleinen Trödelläden, die Künstlerateliers und die fantasievollen Geschäfte. Hier ist ein Ort sich auszuprobieren, zu entdecken und zu stöbern.

 

Ort der Ruhe

Nur wenige Meter vom Hauptbahnhof und mitten im quirrligen, bunten und schrillen St. Georg gibt es Plätze der Ruhe und Stille, der Inneren Einkehr und des in sich Ruhens, wie hier im katholischen Mariendom.

In keinem anderem Stadtviertel Hamburgs haben so viele Weltreligionen ihre neue Heimat auf so engem Raum gesucht und gefunden  und leben so nah beieinander.

miteinander Leben - zueinander Stehen

Ob es die St. Georg Kirchengemeinde mit AIDS Seelsorge, das katholische Erzbistum, die Centrumsmoschee, der Sikh Tempel oder die Buddhistischen Gemeinschaften sind, alle haben hier ihren Platz.

 

Lebensoasen

Es gibt sie noch die Hinterhöfe und Idyllen, die "Shitbüttelgänge", wie die St. Georger sie nannten.

Lassen Sie sich in die Geschichte und in eine andere Welt entführen.

Rundgang, Führung und St. Georg Guide

Den Erzbischof werden wir nicht immer treffen, aber viele andere beeindruckende Menschen aus St. Georg.

 

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