Harburg Ausflug

Verstörende Tagestour

Als ich an der S - Bahn Haltestelle "Harburg Rathaus" aussteige und durch den Fußgängertunnel mit den 80 er Jahren Kacheln ans Tageslicht komme, erschlägt mich ein Mischmasch an Nachkriegsarchitektur.

 

Es scheint als hätte hier nie ein Stadtplaner einen Fuß hin gesetzt. Mir kommt die Idee, ob sich hier die Studenten der TH Städteplanung Harburg ausprobieren durften, jeder für sich ohne Rücksicht auf die Umgebung.

Als ich ein paar Schritte weiter gehe, finde ich mich in einer komplett anderen Welt wieder:

Lämmertwiete Harburg
Lämmertwiete Harburg

 

Fachwerkhäuser, krumme Wände, kleine Türen, Sprossenfenster, im ganzen eine Straße, die mich ins Mittelalter katapultiert.
Auf den Schildern lesen ich, dass dies der Rest eines Viertels ist, den die Abrissbirnen der 1970 er Jahre übersehen haben.

 

Ich war auf der Suche nach dem alten Zentrum des mittelalterlichen Harburgs und hier schien ich es gefunden zu haben, deshalb ging ich frohen Mutes in Richtung Schloßinsel.

 

Doch schon hinter der romantischen Twiete stehe ich plötzlich an einer vielspurigen Stadtautobahn mit Hochstraße.

 

 

 

Wieder erwartet mich ein Fußgängertunnel. Der dunkle Schlund, mit dem typischen Geruch nach menschlichen Ausscheidungen bringt mich auf die die andere Seite und ich finde mich in einem typischen Hamburger Hafengebiet wieder.

 

 

 

Auf einer Brachfläche stehen hier Reste einer anderen Zeit: Fachwerkhäuschen frei auf weiter Flur, im Hintergrund schon die Baumaschinen aufgefahren.

 

Schloßstraße Harburg
Schloßstraße Harburg

 

Die Schilder eines Immobilienunternehmens lassen mich hoffen, dass dies Ensemble erhalten bleibt. Auch wenn es wohl in eine neue Bebauung intergriert wird, wünsche ich den Häuschen, dass hier bald wieder Menschen wohnen, die das Viertel mit Leben füllen. 

 

Einst scheint es in ihrer Nachbarschaft hochherrschaftlich hergegangen zu sein, davon zeugt zumindest eine Villa, die so auch an der Alster stehen könnte. 

 

Verstörend wirkt auf mich bei diesem idyllischen Anblick, dass riesige Schwerlaster an mir vorbei rasen, mich an den Rand des Gehweges drängen.

 

Wären da nicht die freundlichen Schilder mit der Aufschrift "Schloß", würde ich die Suche aufgeben.

 

Ich biege rechts in eine von Hafenschuppen gesäumte Straße ab.

 

 

Die Schwertransporter donnern gerade aus weiter.

 

 

Unerwartet öffnet sich ein großer kopfsteingepflasteter Platz.

 

 

Bilder aus Berlin Wedding und amerikanischen Großstädten kommen mir in den Sinn.

 

Eine ideale Umgebung für Künstler und alternative Festivals denke ich.

 


 

Als ich nach links blicke, steht da - wie vergessen - ein überdimensioniertes Mehrfamilienhaus.

 

 

Eine neu gepflanzte Allee mit kleinen Bäumchen führt darauf zu.

 

Die Äste werden gerade von einem Gärtner liebevoll geschnitten, im Hintergrund ein neu angelegter Kinderspielplatz.

 

 

Zwei Mütter sitzen, plaudernd auf den Bänken, die Kinder tollen in der Frühlingssonne herum.

 

Die Industrieanlagen und die Baugeräte geben dem ganzen einen irrealen Anstrich und einen ganz besonderen Reiz..


 

Das Schild "Schloß" und "Horusburg" zeigt auf das weiße Mietshaus.

 

Es wirkt wie ein typisches Gründerzeitgebäude, dem man in den 1970 er Jahren allen Stuck und Zier genommen hat.

 

 

Als ich das für Denkmäler typische blaue Schild lese, entpuppt sich eben dieses Gebäude als das Harburger Schloß. 

 

 

Oder das was davon übrig geblieben ist.

 

 

Ein Schloßtor erinnert an alte Zeiten und lässt der Fantasie alter Pracht Raum.

 

 

Hier ist nichts mehr von Industrie und Großstadt zu hören, Vögel zwitschern und Kinder lachen.

 

 

Kleine Parkanlagen wurde wohl vor nicht all zu langer Zeit angelegt und führen zum alten Harburger Hafen hinunter.

 

 

Alles wirkt noch neu und unbelebt.

 

Horusburg Harburg
Horusburg Harburg

 

Auch hier wieder Schilder des bekannten Immobilien-unternehmens an neu errichteten Cityhäusern, die so in Barmbek, Eilbek oder den anderen innerstädtischen Neubaugebieten stehen könnten.

 

 

Mit Blick auf das Wasser lege ich eine Rast ein und genieße die Frühlingssonne, die Ruhe und die absurde Kombination von Historischem, Neuem, Industrie und Feudalarchitektur. 


 

Die rostigen Planken eines Schiffes, die Anker, grünspanige Taue, die Duckdalben und die Hafengeräusche in der Ferne wirken marode romantisch.

Ich lasse meinen Ausflug ausklingen und bin mir sicher wieder zu kommen, zu diesem ganz besonderen Platz in der Hamburger Stadtlandschaft.   

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